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Selbstvertrauen im Fußball: Dein Schlüssel zur Bestleistung

20. Apr.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 1. Sept.

Carsten Rollik, Mentalcoach im Fußball, zum Thema Selbstvertrauen im Fußball

Es gibt Spieler, die im Training alles können und im Spiel die Hälfte davon zeigen.


Sie sind nicht schlechter geworden zwischen Donnerstag und Samstag. Ihnen fehlt das Vertrauen, dass es reicht.

Selbstvertrauen im Fußball ist kein weiches Thema. Es entscheidet darüber, ob du in der 80. Minute beim Stand von eins zu eins den Ball forderst oder ihn lieber jemand anderem überlässt.


Woran du erkennst, dass es fehlt

Es zeigt sich selten offen. Kaum ein Spieler sagt, dass er an sich zweifelt.

Es zeigt sich in Entscheidungen. Du spielst zurück statt nach vorn. Du gehst in den Zweikampf einen Tick später. Du dribbelst nicht, obwohl der Raum offen wäre. Du wartest, bis der Ball zu dir kommt, statt ihn zu holen.


Von außen sieht das nach Passivität aus. Innen ist es etwas anderes: der Versuch, keinen Fehler zu machen.


Ein Spieler, der Fehler vermeiden will, spielt anders als einer, der Chancen sucht. Beide geben hundert Prozent. Nur in verschiedene Richtungen.


Der Denkfehler beim Selbstvertrauen

Die meisten glauben, Selbstvertrauen komme aus positiven Gedanken. Man müsse sich nur oft genug sagen, dass man gut ist.


Das funktioniert nicht und zwar aus einem einfachen Grund: Dein Kopf glaubt dir nicht.


Wenn du dir vor dem Spiel einredest, dass du der beste Spieler auf dem Platz bist, und deine letzten fünf Spiele waren schwach, dann entsteht kein Selbstvertrauen. Es entsteht Widerspruch. Und der kostet zusätzlich Energie.


Selbstvertrauen kommt nicht aus Gedanken. Es kommt aus Belegen.

Ein Spieler, der weiß, dass er in den letzten zwei Monaten in achtzig Prozent seiner Zweikämpfe der Erste am Ball war, braucht sich nichts einzureden. Er hat den Beleg.


Warum du deine Belege nicht siehst

Fast jeder Spieler, mit dem ich arbeite, kann mir seine Fehler der letzten Wochen im Detail aufzählen. Der verlorene Ball vor dem Gegentor. Der Fehlpass in der zweiten Halbzeit. Die Chance, die er nicht gemacht hat.


Frage ich nach dem, was gut war, kommt Stille. Oder ein allgemeines "war okay".

Diese Schieflage ist kein Charakterzug. Sie ist trainiert. Über Jahre wurde nach jedem Spiel besprochen, was nicht funktioniert hat. Was funktioniert hat, war die Erwartung und deshalb keine Erwähnung wert.


Das Ergebnis: Du hast eine sehr genaue Fehlerdatei und keine Leistungsdatei. Und aus einer Fehlerdatei entsteht kein Selbstvertrauen.


Was du dagegen tun kannst

Fang an, deine Belege zu sammeln. Nicht als Motivationsübung, sondern als Buchhaltung.


Nach jedem Spiel und jedem Training notierst du drei Dinge, die funktioniert haben. Konkret, nicht allgemein. Nicht "war ganz gut", sondern "erste zwanzig Minuten alle Kopfballduelle gewonnen" oder "zwei Situationen erkannt, in denen ich hinter die Kette starten konnte".


Das dauert zwei Minuten und fühlt sich anfangs künstlich an. Nach drei Wochen hast du etwas, das du vorher nicht hattest: eine Sammlung von Tatsachen über dich, die deinem Kopf widerspricht, wenn er wieder anfängt.


Der zweite Punkt: Frag andere. Frag zwei Mitspieler und deinen Trainer, was sie an deinem Spiel schätzen. Die Antworten überraschen fast immer, weil sie Dinge nennen, die du selbst für selbstverständlich hältst. Genau die sind deine Stärken.


Selbstvertrauen im Fußball wächst durch überstandene Tiefs

Das klingt paradox und stimmt trotzdem.


Ein Spieler, der nie ein Formtief hatte, hat ein Selbstvertrauen, das ungetestet ist. Es hält, solange alles läuft.


Ein Spieler, der ein Tief hatte und wieder herausgekommen ist, weiß etwas anderes über sich. Er weiß, dass es weitergeht. Diese Gewissheit kann man sich nicht erlesen und nicht einreden. Man muss sie erlebt haben.


Deshalb sind schlechte Phasen nicht nur Verlust. Sie sind die einzige Möglichkeit, ein Selbstvertrauen aufzubauen, das auch dann trägt, wenn es eng wird.


Woran ich mit Spielern arbeite

Ich gebe niemandem Affirmationen mit. Wir arbeiten an drei Dingen.

Erstens daran, deine Belege sichtbar zu machen. Bei fast allen Spielern liegt mehr Substanz vor, als sie selbst wahrnehmen. Das ist kein Schönreden, das ist Korrektur einer verzerrten Wahrnehmung.


Zweitens daran, dein Selbstbild von der letzten Leistung zu lösen. Solange dein Wert an der Bewertung von Samstag hängt, spielst du jede Woche um deine Existenz. Das macht eng.


Drittens daran, was in den Sekunden nach einem Fehler in dir passiert. Genau dort entscheidet sich, ob der Fehler eine Episode bleibt oder deinen Tag bestimmt.


Der Unterschied, den es macht

Ein Spieler mit Selbstvertrauen ist nicht lauter oder auffälliger. Er ist mutiger in den Momenten, in denen Mut etwas kostet.


Er fordert den Ball, wenn es eng steht. Er geht ins Dribbling, wenn der Raum da ist. Er übernimmt Verantwortung, statt sie weiterzureichen.


Genau diese Momente entscheiden Spiele, und genau diese Momente entgehen dir, wenn du dir selbst nicht traust.


Wenn du merkst, dass zwischen deinem Training und deinem Spiel eine Lücke klafft, dann lohnt sich ein Blick darauf, woran das liegt.


Melde dich für ein kostenloses Erstgespräch. Wir schauen uns an, wo dein Selbstvertrauen gerade steht und was es braucht.


 
 
 

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